Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit

Berichtszeitraum 2018 bis 2019 Zweiter Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit

Das Menschen­recht auf Religions- und Welt­an­schau­ungs­freiheit wird welt­weit zu­nehmend ein­ge­schränkt und infrage gestellt. Das ist eine zen­trale Botschaft des zweiten Berichts der Bundes­regie­rung zur welt­weiten Lage der Re­li­gions­frei­heit, der im Oktober 2020 vorgestellt wurde.

cover bericht religionsfreiheit

2. Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit

Berichtszeitraum 2018 bis 2019

Dateityp PDF | Dateigröße 6 MB, Seiten 323 Seiten

Der Bericht der Bundes­regie­rung zur welt­wei­ten Lage der Re­ligions­freiheit hat einen Länder­teil und einen thema­tischen Teil. Im Länder­teil des Berichts wird über 30 Länder berichtet, in denen die Ent­wick­lun­gen im Berichts­zeit­raum 2018 bis 2019 von beson­derem Interesse waren. Er zeigt beispiels­wei­se, dass im Irak auch nach Ende der Terror­herr­schaft des IS die Lage religiöser Min­der­heiten prekär ist, und die Rück­kehr der Jesiden und Christen in ihre Heimat­regio­nen schleppend verläuft.

Der Bericht hebt aber auch positive Ent­wick­lun­gen hervor, wie bei­spiels­weise im Sudan, wo erst kürzlich die Straf­tat der Apostasie, also der Abfall vom Glauben, ab­geschafft wurde. Auch wurde Weih­nach­ten im Sudan zum natio­nalen Feier­tag erklärt.

Der Bericht vertieft auch drei Themenfelder, in denen die Religions- und Welt­an­schau­ungs­freiheit in beson­derem Maße ein­ge­schränkt ist:

  1. Blasphemie- und Anti-Konversionsgesetze: In mehr als 70 Staaten weltweit gibt es menschenrechtswidrige Blasphemiegesetze. Sie dienen oft dazu, religiöse Minderheiten zu diskriminieren und die Meinungsfreiheit einzuschränken. Auch das Recht auf Konversion ist in vielen Ländern eingeschränkt.
  2. Digitale Kommunikation: Online-Hassrede hat einen verheerenden Einfluss auf die Religions- und Weltanschauungsfreiheit, ist oft an reale Ereignisse geknüpft und verstärkt häufig existierende Konflikte. In Myanmar beispielsweise wurde Hassrede gegen die Rohingya über die sozialen Medien verbreitet und trug zur Verschärfung des ethnischen Konflikts bei.
  3. Staatliche Bildungssektoren: Religions- und Welt­an­schau­ungs­frei­heit ist auch im Bil­dungs­sektor oft Ein­schrän­kun­gen unter­worfen, was den Men­schen­rechten wider­spricht.