Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit
Symbolbild Weltreligionen, dargestellt in Form eines Graffitis auf einer Zementoberfläche: Vier rote Figuren symbolisieren verschiedene Religionen

Rechtliche Grundlagen Religions­freiheit und Welt­an­schau­ungs­freiheit

Für viele Menschen ist ihre Religion oder Welt­­an­schau­­ung ein zentraler Be­stand­teil des Lebens. Sie ist Teil der Identität, prägt die Welt­sicht und den Lebens­stil und verbindet Menschen über Nationen, Regionen und Kulturen hinweg.

Das Menschen­recht auf Gedanken-, Gewissens-, Religions- und Welt­an­schau­ungs­freiheit, wie es voll­ständig heißt, ist unter anderem in Artikel 18 der Allgemeinen Erklä­rung der Menschen­rechte und in Artikel 18 des Inter­nation­alen Pakts über bürger­liche und politi­sche Rechte (UN-Zivilpakt) verankert. Diese sind die wichtigsten inter­natio­nalen Standards.


"Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religions­frei­heit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder Über­zeu­gung zu wechseln, sowie die Frei­heit, sei­ne Re­li­gion oder Welt­an­schau­ung allein oder in Ge­mein­schaft mit anderen, öffent­lich oder privat durch Lehre, Aus­übung, Gottes­dienst und Kult­hand­lun­gen zu bekennen."

Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Externer Link)

"Jedermann hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religions­frei­heit. Dieses Recht umfasst die Frei­heit, eine Religion oder eine Weltanschauung eigener Wahl zu haben oder anzunehmen, und die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffent­lich oder privat durch Gottesdienst, Be­ach­tung religiöser Bräuche, Ausübung und Unterricht zu bekunden."

Artikel 18 des UN-Zivilpakts (Externer Link)

"Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und welt­an­schau­lichen Be­kennt­nisses sind un­ver­letz­lich."

Artikel 4.1 des deutschen Grundgesetzes (Externer Link)


Auch das deutsche Grund­gesetz garantiert die Religions- und Welt­an­schau­ungs­frei­heit. Dies umfasst die Freiheit, eine Religion oder eine Welt­an­schau­ung eigener Wahl zu haben oder an­zu­neh­men, sowie die Frei­heit, seine Religion oder Welt­an­schau­ung allein oder in Ge­mein­schaft mit anderen, öffentlich oder privat zu bekunden und auszuüben. Es umfasst auch die Frei­heit, seine Religion zu wechseln und die Frei­heit keine Religion oder Welt­an­schau­ung zu haben (negative Reli­gions­frei­heit).

Menschenrechte sind unteilbar und universell. Das Menschen­recht schützt nicht die Religion als solche, sondern das Individuum. Re­ligio­nen oder Tra­ditio­nen dürfen nicht zur Verlet­zung oder Rela­ti­vie­rung der Men­schen­rechte miss­braucht werden. Dies betrifft bei­spiels­weise Frauen­rechte oder die Verfol­gung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orien­tierung.

Durch die all­gemeine Aner­ken­nung der All­gemei­nen Erklä­rung der Menschen­rechte  erlangen die Men­schen­rechte ge­wohn­heits­recht­liche Verbindlichkeit. Ihr Anspruch leitet sich aus der angeborenen Würde des Menschen ab. Das Streben nach einer Welt, in der die Menschen Rede- und Glau­bens­frei­heit und Frei­heit von Furcht und Not genießen, ist im zweiten Absatz der Prä­am­bel der Allgemeinen Erklä­rung der Menschen­rechte  als höchstes mensch­liches Streben an­er­kannt. Somit kommt der Glau­bens­frei­heit im Zu­sam­men­hang mit den anderen Grund­frei­hei­ten große Bedeutung zu.

Cover: Glaub, was Du willst: Religionsfreiheit weltweit stärken

Broschüre zur Religions- und Weltanschauungsfreiheit "Glaub, was Du willst" Dateityp pdf Sachstandsdatum 01/2021 Dateigröße 2 MB Seiten 28

Menschen haben Religionen und Weltanschauungen. Sie prägen ihr Denken und Handeln und für vier von fünf Men­schen weltweit heißt dies: Ich bekenne mich zu einer Religion. Eine Religion oder Welt­an­schau­ung zu haben, das ist ein Men­schen­recht. Allerdings wird dieses Recht in den letzten Jahren immer stärker verletzt. Lesen Sie mehr in der Broschüre "Glaub, was Du willst: Religionsfreiheit weltweit stärken".