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Vor Ort

Sudan


Sudan schafft Todesstrafe für Apostasie ab

26.08.2020
Trotz der besorgniserregenden Zunahme der Verletzung der Religionsfreiheit in vielen Ländern gibt es auch positive Entwicklungen. Die sudanesische Übergangsregierung unter Abdul Fatah Burhan hat den Paragraphen des Strafgesetzbuches, nachdem der Abfall vom Islam („ridda") unter Strafe gestellt war, abgeschafft. Bislang konnte dafür die Todesstrafe verhängt werden.

Die Übergangsregierung erklärte Weihnachten zum gesetzlichen Feiertag und erkannte den Sonntag als Feiertag für christliche Schulen an. Vom Staat beschlagnahmtes Land sollen die Kirchen zurückerhalten. Der Minister für Religiöse Angelegenheiten bemüht sich um Aufklärung unter Imamen für eine freiheitliche Interpretation des Islam und ruft zu friedlicher Koexistenz unterschiedlicher Religionen auf.

Darüber hinaus wurde ein koptischer Christ in den neuen Regierungsrat berufen. Auch soll vom Staat beschlagnahmtes Land den Kirchengemeinden durch rechtliche Verfahren zurückgegeben werden. Der Minister für Religiöse Angelegenheiten und Stiftungen Nasredin Fofreh hat sich öffentlich bei Christen und anderen religiösen Minderheiten für die ungerechte Behandlung unter dem Baschir-Regime entschuldigt.

Ebenso wurde die weibliche Genitalverstümmelung verboten und Frauen und ihren Kindern das Recht eingeräumt, künftig ohne Zustimmung des Ehemannes zu reisen. Alkoholkonsum durch Nichtmuslime wurde erlaubt.

Die International Contact Group on Freedom of Religion or Belief (ICG FoRB) hat diese positive Entwicklung mit einer gemeinsamen Erklärung gewürdigt. Diese wurde von Australien, Chile, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Spanien, Schweden, dem Vereinigten Königreich und den USA unterzeichnet.

In ihrer Erklärung drückten die Staaten ihre Unterstützung für den der demokratischen Transformation und nationalen Versöhnung aus, den das Land beschritten hat.

Eine Reise des Beauftragten in den Sudan musste derzeit pandemiebedingt vertagt werden.

Weitere Informationen

Quelle

Den Volltext lesen Sie hier (englisch): Joint Statement on Sudan

Lexikon der Entwicklungspolitik

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