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Bahá'í-Gemeinschaft

Grußwort von Markus Grübel MdB anlässlich des 100. Todestages von ʻAbdu'l-Bahá, Sohn des Religionsstifters der Bahá’í-Gemeinschaft


Im April 1913 besuchte 'Abdu'l-Bahá die Bahá’í-Gemeinde in Stuttgart. Am 4. April kam er zu einem Kinderfest nach Esslingen. Der Saal, in dem 'Abdu'l-Bahá sprach, ist bis heute originalgetreu erhalten.

26.11.2021


Liebe Bahá’í-Gemeinschaft,

Am 27. November jährt sich der Todestag von ʻAbdu'l-Bahá, dem Sohn Ihres Religionsstifters, zum 100. Mal. Sein Andenken inspiriert bis heute viele Menschen weltweit, sich für eine friedlichere und gerechtere Welt einzusetzen, in der alle Menschen gemäß ihrer religiösen Überzeugung und ihres Gewissens leben können.

Seit ihrer Gründung 1844 in Iran hat sich Ihre Gemeinschaft für eine "Einheit in der Vielfalt" und für ein friedliches Zusammenleben der Religionen eingesetzt. ʻAbdu'l-Bahá betonte das Potential der Religionen, sich für den Frieden einzusetzen: "Religion sollte alle Herzen vereinen und Kriege und Streitigkeiten vom Angesicht der Erde verschwinden lassen." 

Ihre Gemeinschaft hat sich auch in Deutschland über viele Jahre für sozio-ökonomische Entwicklung, die Förderung von Frauen und die Schaffung von Bildungseinrichtungen eingesetzt. Dies zeugt von Ihrem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein für die Gesellschaft. Ich freue mich, dass ʻAbdu'l-Bahá während seiner Deutschlandreise 1913 auch meinen Heimatort Esslingen besucht hat.

Und dennoch ist Ihre Gemeinschaft immer wieder Opfer von Verfolgung geworden, auch in Deutschland. Unter dem Regime der Nationalsozialisten war sie verboten, ebenso in der DDR. Im westdeutschen Hofheim-Langenhain wurde dagegen 1964 ein Tempel eingeweiht. 

Nach der Islamischen Revolution in Iran 1979 beantragten zahlreiche Bahá’í aufgrund der aufflammenden Verfolgung Asyl in Deutschland. 2013 wurde Ihrer Gemeinschaft der Status einer Körperschaft öffentlichen Rechts verliehen und damit den großen christlichen Kirchen rechtlich gleichgestellt. 

Insbesondere in Iran erleidet Ihre Gemeinschaft nach wie vor systematische Diskriminierung und Verfolgung. Die iranische Regierung befeuert diese durch gezielte Desinformations- und Hetzkampagnen. Im nordiranischen Dorf Ivel werden Bahá’í aufgrund ihres Glaubens vertrieben und enteignet. Auch sind sie im ganzen Land zunehmend staatlicher Überwachung ausgesetzt. 

Das menschenrechtswidrige Verhalten der iranischen Regierung gegen religiöse Minderheiten können wir nicht akzeptieren. Iran muss den Weg der Toleranz, des Respekts und der Menschenrechte beschreiten. Jeder Mensch hat das Recht, seine Religion in Freiheit auszuüben. 

Ihre Gemeinschaft ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie Religionsvertreter sich für eine friedlichere und gerechtere Welt einsetzen, in der die Würde und die Rechte jedes Menschen geachtet werden. Das verdient unsere Wertschätzung.  

Ich wünsche Ihnen allen einen besinnlichen Gedenktag.

Es grüßt Sie herzlich Ihr

Markus Grübel MdB

Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit

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