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Markus Grübel fordert ein Ende religiös motivierter Verfolgung in Iran

Religiöse Minderheiten in Iran sind oft schwerer Anfeindung und Diskriminierung ausgesetzt. Anders als Christen, Juden und Zoroastrier sind die Baha'i und die Anhänger sufistischer Orden nicht anerkannt und werden von der schiitisch geprägten Regierung als „Häretiker" betrachtet. Sie werden systematisch überwacht und verfolgt.


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31.03.2021


Auch weiterhin befinden sich zahlreiche Derwische und Baha'i aufgrund ihres Glaubens in Haft, einige von ihnen unter lebensbedrohlichen Bedingungen. Immer wieder kommt es zu Folter. Seit 2018 sind mindestens drei Derwische des sufistischen Gonabadi-Ordens in Hausarrest oder Haft verstorben. Am 1. April gedenken die iranischen Sufis dem Tod von Behnam Mahjoubi, einem Derwisch, der im vergangenen Februar in iranischer Haft verstarb.

Mitglieder der Baha'i-Gemeinschaft im nordiranischen Dorf Ivel werden von ihren Grundstücken vertrieben. Bildungseinrichtungen und Gebetshäuser werden oftmals angegriffen oder gar zerstört. Kinder werden eingeschüchtert, der Zugang zu höherer Bildung wird ihnen verwehrt.

Dieses Vorgehen ist inakzeptabel. Ich fordere die iranische Regierung dazu auf, Anhänger der Baha'i und von Sufi-Orden sowie anderer religiöser Gruppen, die aufgrund ihres Glaubens verhaftet wurden, umgehend frei zu lassen und die Verfolgung zu beenden. Dies gilt auch für Menschen, die aufgrund ihrer Konversion zu einer anderen Religion, wie dem Christentum, verfolgt und verhaftet werden.

Religiös begründete Verfolgung muss aufhören. Jeder Mensch hat das Recht, seine Religion oder seinen Glauben frei zu wählen und zu praktizieren. Insbesondere in Anbetracht der potentiellen Neuverhandlungen eines Nuklearabkommens mit Iran darf die Weltgemeinschaft ihre Augen nicht vor dem Leid dieser Menschen verschließen. Ein erneutes Abkommen muss auch ganz klar an die Einhaltung und den Schutz der Menschenrechte geknüpft sein.

Markus Grübel MdB
Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit

 

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