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Meldung der KNA

Beauftragter besorgt um Lage von Minderheiten in Afghanistan


20.08.2021


Berlin (KNA) – Der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel, blickt mit "großer Sorge" auf die Lage von religiösen und ethnischen Minderheiten in Afghanistan. "Sehr vielen Menschen wie Aktivistinnen und Journalisten steht durch die Machtergreifung der Taliban eine ungewisse Zukunft bevor", sagte er am Freitag. Ihr Leben werde bedroht. Dies gelte auch für Gruppen wie Hindus und Sikhs oder die vor allem schiitische ethnische Minderheit der Hazara. Christen, Atheisten oder Freidenker müssten ebenso um ihr Leben bangen. "Auch können wir nicht ausschließen, dass die Taliban ihre Grausamkeit gegen Mädchen und Frauen fortsetzen werden", warnte der Beauftragte.

Grübel äußerte sich anlässlich des Internationalen Tags zum Gedenken an die Opfer von Gewalt aufgrund von Religion oder Glauben am Sonntag. Seine Gedanken seien bei "den vielen Menschen weltweit, die aufgrund ihres Glaubens Verfolgung, Folter und Tod erleiden", sagte der CDU-Politiker. Es sei jedoch nicht damit getan, das "bedrohliche Ausmaß religiös motivierter Diskriminierung und Verfolgung" stärker ins Bewusstsein zu rufen. "Wir müssen auch weiterhin für den Schutz dieser Menschen kämpfen, als Deutschland, als Europäische Union und als Weltgemeinschaft."

Dabei sei auch wichtig, die Zusammenarbeit mit religiösen Akteuren und den Dialog zwischen und innerhalb der Religionen weiter zu fördern. "Gemeinsam müssen wir uns entschieden gegen Diskriminierung und Gewalt stellen, zu Hause und weltweit", sagte Grübel.

Drei von vier Menschen lebten in einem Land, in dem das Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit eingeschränkt sei – ein Trend, der sich zunehmend verschärfe. Vielerorts seien religiöse Minderheiten systematischer Diskriminierung, Repression, Hasskampagnen, Überwachung, Zwangsarbeit, Inhaftierung, Folter, und Verfolgung bis hin zu Todesstrafe und Ermordung ausgesetzt. Neben Afghanistan nannte Grübel beispielhaft auch die Lage in China und in Nigeria sowie weltweit bedrohte indigene Völker, die etwa durch die Abholzung des Regenwaldes ihres natürlichen Umfelds zur Ausübung ihrer religiösen Traditionen beraubt würden.

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