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"Wir dürfen diese Menschen nicht alleine lassen!" - Jahrestag der Vertreibung der Rohingya


25.08.2019


Berlin - Anlässlich des zweijährigen Jahrestages der Vertreibung der Rohingya aus Myanmar erklärt Markus Grübel MdB, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit:

„Vor zwei Jahren wurden hunderttausende Rohingya aus ihrer Heimat Myanmar vertrieben und leben seitdem überwiegend in Flüchtlingslagern in Bangladesch. Wir dürfen diese Menschen nicht alleine lassen! Das ist eine Frage der Glaubwürdigkeit unseres Einsatzes für weltweite Religionsfreiheit. Die Rohingya müssen in ihre Heimat zurückkehren und dort ihre Religion frei ausüben können. Ethnische und religiöse Säuberungen darf die internationale Staatengemeinschaft nicht hinnehmen."

Hintergrund:

Das Entwicklungsministerium hat bislang 51 Mio. EUR in der Rohingya Flüchtlingskrise bereitgestellt, weitere rund 23 Mio. EUR sind in Planung. Darüber hinaus hat das Auswärtige Amt für Not- und Soforthilfe (2017/2018) in der Rohingya-Krise insgesamt rund 46,4 Mio. EUR zugesagt. Die Umsetzung erfolgt über Nichtregierungsorganisationen, internationale Organisationen und die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Multinationale Organisationen wie die Weltbank, die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) sowie die EU unterstützen ebenfalls die Verbesserung der Lebenssituation der Volksgruppe der Rohingya und Entwicklung in den aufnehmenden Gemeinden.

Die mehrheitlich muslimische Minderheit der Rohingya ist derzeit eine der größten Bedrohungen der weltweiten Religionsfreiheit ausgesetzt. Den Vereinten Nationen zufolge werden die Rohingya seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt und müssen schwere Menschenrechtsverletzungen erleiden. Seit Ende August 2017 sind über 700.000 Angehörige der Minderheit aus der Provinz Nord-Rakhine in Myanmar in das benachbarte Bangladesch geflohen. Unter ihnen fast 250.000 Kinder. Aufgrund vorhergehender Flüchtlingswellen sind insgesamt über 1 Mio. Rohingya betroffen. Seit Anfang 2019 hat sich die Situation in Nord-Rakhine weiter verschärft.

Das Flüchtlingslager Kutupalong in Cox‘s Bazar, Bangladesch, zählt mit etwa 600.000 Rohingya zu den größten Flüchtlingslagern der Welt. Die Situation im Südosten Bangladeschs belastet die lokale Bevölkerung. Um den aufnehmenden Gemeinden sowie den Flüchtlingen zu helfen, liegt der Bedarf bei rund. 920 Mio. USD.

Die bisherigen internationalen Anstrengungen sind beachtlich, aber sie reichen nicht. Es gilt, den bestehenden Dialog mit der Regierung Myanmars hinsichtlich ihres Umgangs mit religiösen und ethnischen Minderheiten sowie des Themas Religions- und Weltanschauungsfreiheit fortzuführen und zu intensivieren. Ziel muss es sein, dass die Rohingya in ihre Heimat zurückkehren und dort ihre Religion frei ausüben können.

 


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